| Artist-in-residence 1 Als einer der großen Geiger unserer Zeit wird er weltweit gefeiert, seit seinem Bamberg-Debüt vor bald drei Jahrzehnten beehrt uns Frank Peter Zimmermann als Solist in schöner Regelmäßigkeit. In seinem ersten Programm als »artist-in-residence« widmet er sich gemeinsam mit Robin Ticciati einem Werk, das als Höhepunkt der klassischen Konzertliteratur gilt: Beethovens Violinkonzert, zunächst als unspielbar abgelehnt, heute als »Gipfelwerk« der Gattung verehrt. . | Detail | |
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| Ludwig van Beethoven | Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61 Mit dem Hinweis „par Clemenza pour Clement" („aus Sanftmut für Clement") überschrieb Ludwig van Beethoven das Manuskript seines Violinkonzerts. Gemeint mit der hintergründigen Widmung war Franz Clement, Konzertmeister des Theaters an der Wien, der den Solopart des Werkes auch bei der Premiere 1806 spielte. Allerdings hatte Beethoven das Stück erst so kurzfristig fertig gestellt, dass der Geiger, wie berichtet wurde, „sein Solo ohne vorherige Probe a vista" spielen musste - eine Anforderung, die der weithin angesehene Virtuose jedoch, den zeitgenössischen Kritiken zufolge, bravourös meisterte. | |
| Johannes Brahms | Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 73 Bedeutete die erste Symphonie aus dem Jahr 1876 für Johannes Brahms den Durchbruch in der Bewältigung der symphonischen Form, so entstand seine zweite Symphonie nur ein Jahr später - Brahms war sich seines Weges nunmehr sicher. Inhaltlich steht diese Zweite in starkem Kontrast zu ihrer „herben" Vorgängerin, dem Kritiker Eduard Hanslick kündigte Brahms das Werk gar als „heiter und lieblich" an. Und auch Clara Schumann empfand die Symphonie als sehr naturhaft, in der Art einer Pastorale: „Das ist ja lauter blauer Himmel, Quellenrieseln, Sonnenschein, und kühler Schatten!" | |
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Robin Ticciati Dirigent Als Robin Ticciati im Herbst 2010 das Amt des neuen Ersten Gastdirigenten in Bamberg antrat, war seine Debüt-CD mit der Bayerischen Staatsphilharmonie und chorsymphonischen Werken von Brahms längst erschienen - und hatte gehörig für Aufsehen in der Fachwelt gesorgt. Faszinierend ist nicht allein die verblüffende Reife und Souveränität, die der junge Londoner und Chef des Scottish Chamber Orchestra am Dirigentenpult ausstrahlt, sondern auch seine einnehmende, begeisternde Art, die jeden Besucher seiner Konzerte unmittelbar gefangen nimmt. Sein Terminkalender ist gefüllt mit hochkarätigen Engagements, Einladungen führen ihn zu Los Angeles Philharmonic und in der Amsterdamer Concertgebouw ebenso wie an die MET oder die Scala. | ||
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Frank Peter Zimmermann Violine Er ist "der Oistrach unserer Tage" (Südeutsche Zeitung), und in den Konzertsälen dieser Welt zu Hause, mit seinen Interpretationen der großen Violinliteratur setzt Frank Peter Zimmermann Maßstäbe und begeistert sein Publikum. 1984 feierte er seinen Einstand in Bamberg, als treuer »Stammgast« beehrte er die Bamberger Symphoniker in den vergangenen bald drei Jahrzehnten mit unzähligen umjubelten Auftritten. In dieser Saison präsentiert sich der Weltklassegeiger und gebürtige Duisburger als „artist-in-residence“ gleich in einer ganzen Reihe an Konzerten in der Domstadt. | ||
| Grand Old Man und Rising Star Vor mehr als einem halben Jahrhundert gründete er die legendäre Academy of St. Martins in the Fields, 1985 erhielt er von der Queen den Ritterschlag: Sir Neville Marriners künstlerische Pioniertaten sind jedem Musikliebhaber ein Begriff. Kaum zu glauben, aber mit diesen Konzerten gibt der britische Grandseigneur sein Debüt in Bamberg. Ebenfalls ihren Einstand in Bamberg feiert die junge pianistische Gipfelstürmerin Lise de la Salle. | Detail | |
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| Wolfgang Amadeus Mozart | Symphonie Nr. 35 D-Dur KV 385 "Haffner-Symphonie" 1782 wurde Siegmund Haffner, Sohn eines Salzburger Bürgermeisters, in den Adelsstand erhoben. Einen Platz in den Geschichtsbüchern aber erlangte er vor allem durch seine Freundschaft mit dem gleichaltrigen Wolfgang Amadeus Mozart, der ihm aus Anlass der Nobilitierung ein Orchesterwerk widmete. Und zwar zunächst wohl eine Art Serenade mit zwei Menuetten und einem Marsch: festliche Musik für einen festlichen Anlass. Was Mozart freilich nicht daran hinderte, diese Komposition etwas später zur Viersätzigkeit zu verdichten und ihr einen neuen Titel zu geben: Die „Haffner-Symphonie“ war geboren. | |
| Wolfgang Amadeus Mozart | Konzert für Klavier und Orchester Nr. 20 d-Moll KV 466 Als Wolfgang Amadeus Mozart sein Wiener Publikum mit einem Klavierkonzert in d-Moll überraschte, stand er im Zenit seiner Karriere. Überzeugen konnte sich von seinen Erfolgen als Klaviervirtuose und Komponist auch sein Vater Leopold, der den Sohn 1785 in Wien besuchte. Nicht nur die „große Versammlung von Menschen von Rang“ in einem von Mozart organisierten Subskriptionskonzert machte auf den Vater gehörig Eindruck, sondern auch das an diesem Abend aufgeführte Klavierkonzert KV 466: „dan war ein neues vortreffliches Clavier Concert vom Wolfgang“, wusste Leopold anerkennend an seine Tochter Nannerl über dieses Werk zu berichten. | |
| Ludwig van Beethoven | Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 36 Auch wenn Beethovens zweite Symphonie seit jeher im Schatten der nachfolgenden dritten, der „Eroica", steht, markiert sie einen Meilenstein in der Geschichte der Symphonik ebenso wie in Beethovens eigener Entwicklung als Symphoniker. Mit ihr präsentierte er ganz ungeschminkt das, was man heute mit seinem Komponieren verbindet: ein mitreißendes, exzentrisches Werk, das Extreme auslotet, neue Wege geht, von tiefer Ausdruckskraft geprägt ist. Auch die Zeitgenossen erkannten in der Symphonie das „Streben nach dem Neuen und Auffallenden" – und rückten damit gerade ihre Neuartigkeit in den Vordergrund. | |
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Sir Neville Marriner Dirigent Untrennbar verbunden ist der Name Sir Neville Marriners mit der Academy of St. Martin in the Fields. 1959, vor mehr als einem halben Jahrhundert also, gründete der aus einer Musikerfamilie stammende Brite „sein“ Ensemble und machte es zu einem der wichtigsten Orchester weltweit. Legendär seine Händel-, Haydn- und Mozart-Aufnahmen sowie die Filmmusik-Einspielungen von „Amadeus“ bis „Titanic“. Zum ersten Mal steht der große Dirigent am Pult der Bamberger Symphoniker - Bayerische Staatsphilharmonie. | ||
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Lise de la Salle Klavier Sie ist erst 23 Jahre jung, ihre musikalische Biografie aber klingt, als sei sie schon seit Jahrzehnten in der Musikwelt aktiv: mehrere Tourneen durch die USA und Ostasien, ein halbes Dutzend preisgekrönter CD-Einspielungen, Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Sir Charles Mackerras, Semyon Bychkov, Fabio Luisi und James Conlon, dazu ein Repertoire von Bach bis Schostakowitsch. Lise de la Salle, von Joachim Kaiser einst als „extremes Talent“ geadelt und zum ersten Mal Gast in Bamberg, hat ihren Platz im Musikbetrieb längst gefunden. Und dass die junge Französin aus einer Familie von Malern und Musikern stammt, hat ihrer Begabung sicher nicht geschadet… | ||
| Geheime Botschaften Dass Berg eine leidenschaftliche Liebeserklärung in seine Lyrische Suite »hineingeheimnisst« hatte, kam erst lange nach seinem Tod ans Licht, dass Schostakowitsch in Kompositionen wie dem ersten Violinkonzert die politischen Verhältnisse anklagte, ahnten schon die Zeitgenossen. So verschieden ihre »Tonsprachen« sein mögen, sie berühren sich in einer abgründig herben Virtuosität, die auch in Lutosławskis Konzert für Orchester - einer Musik der schillernden Farben und aufrührenden Klänge - wiederkehrt. | Detail | |
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| Alban Berg | Drei Sätze aus der "Lyrischen Suite" für Streichorchester Ursprünglich für Streichquartett komponiert, wendete Berg in seiner „Lyrischen Suite“ erstmals die Zwölftontechnik seines Lehrers Schönberg an, um mit ihrer Hilfe alle Sätze inhaltlich miteinander zu verknüpfen. So durchkalkuliert das Werk dadurch erscheint, ist es gleichzeitig „ein kleines Denkmal einer großen Liebe“ (Berg): An zahlreichen Stellen der Partitur erscheinen die Initialen des Komponisten und seiner Geliebten Hannah Fuchs als Tonbuchstaben in die Musik „hineingeheimnist“. 1928 bearbeitete der Wiener Komponist drei der sechs Sätze für Streichorchester. | |
| Dmitri Schostakowitsch | Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 a-Moll op. 77 Sein erstes Violinkonzert, David Oistrach gewidmet, gehört zu jenen bedeutenden Werken Dmitri Schostakowitschs, die jahrelange auf ihre Premiere warten mussten. Es war so gut wie fertig, als der berühmt-berüchtigte Parteibeschluss von 1948 für einen weiteren musikalischen Kahlschlag unter Stalin sorgte. Die kompositorische Elite rund um Schostakowitsch wurde mit Berufsverbot belegt, an eine Aufführung des Konzerts war nicht zu denken. Umso mehr, als noch im selben Jahr eine heftige Kampagne gegen die Juden in der Sowjetunion losbrach, von deren Volksmusik das Violinkonzert regen Gebrauch macht. | |
| Witold Lutoslawski | Konzert für Orchester Wer im 20. Jahrhundert ein „Konzert für Orchester“ schrieb, musste sich geradezu zwangsläufig mit Béla Bartók und dessen gleichnamigem Werk auseinandersetzen - so auch Witold Lutosławski. Von der Ehrfurcht vor dem großen Ungarn und dem Ehrgeiz, etwas annähernd Ebenbürtiges zu schaffen, zeugt bereits die lange Entstehungszeit seines „Konzerts für Orchester“ von vier Jahren. Keine Frage, Lutosławski schuf mit seiner Partitur eine der herausragenden Kompositionen des 20. Jahrhunderts - und rückte in ihr wie Bartók auf ebenso effektvolle wie vielschichtige Weise Solisten und Klanggruppen des Symphonieorchesters ins Rampenlicht. | |
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Jonathan Nott Dirigent „Dass die Musik Antworten gibt auf die ewigen Fragen der Menschheit, ist der Grund allen Musizierens“, sagt Jonathan Nott, seit 2000 Chefdirigent der Bamberger Symphoniker. Dass er und die Bayerische Staatsphilharmonie durch eine ganz besondere künstlerische Partnerschaft verbunden sind, ist in der Musikwelt alles andere als ein Geheimnis, im Gegenteil: Der Gewinn hochkarätiger Preise für die gemeinsamen CD-Einspielungen, Einladungen zu den führenden Festivals und nicht zuletzt die steten Erfolge auf den Konzertreisen rund um den Globus sind eindrucksvolle Belege für die Wertschätzung, die er und „die Bamberger“ allerorten genießen. Neben seiner künstlerischen Arbeit in der Domstadt ist Jonathan Nott ein gern gesehener Gastdirigent der weltweit führenden Symphonieorchester. | ||
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Lisa Batiashvili Violine Zu den gern gesehenen Gästen in Bamberg gehört die georgische Geigerin Lisa Batiashvili, die seit 20 Jahren in Deutschland lebt. Ihr Aufstieg war ebenso steil wie rasant: Mit 16 Jahren bereits Preisträgerin beim Sibelius-Wettbewerb in Helsinki, erhielt sie mit Anfang 20 einen Plattenvertrag bei der EMI, 2008 wurde sie ECHO-Klassik-Preisträgerin. Eines der großen Violinkonzerte der Moderne ist fest mit ihrem Namen verbunden: das des Finnen Magnus Lindberg, das sie zur Uraufführung brachte und zusammen mit dem berühmt-berüchtigten Sibelius-Konzert einspielte. | ||
| Haydns nächster Streich Mit der »Schöpfung« gelang Haydn nichts weniger als die Wiederbelebung der großen Oratorientradition, und so ließ der greise Meister mit den »Jahreszeiten« schon bald seinen nächsten Geniestreich auf diesem Gebiet folgen: ein Werk über den Zyklus der Natur, über Moral, Gott und das irdische Leben. Mit diesem seit 1988 in Bamberg nicht mehr gespielten Meisterwerk setzen wir - unter Sir Roger Norringtons kundiger Führung - unsere Haydn-Reise auch in dieser Saison fort. | Detail | |
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| Joseph Haydn | Die Jahreszeiten Hob. XXI:3, Oratorium Joseph Haydn war nicht nur eine ungewöhnlich lange Lebenszeit, sondern auch eine bemerkenswerte Produktivität beschieden. Als er eines seiner Hauptwerke, das Oratorium „Die Jahreszeiten“, vollendete, ging er immerhin schon auf die Siebzig zu. Von erlahmender Kraft ist darin freilich nichts zu spüren, im Gegenteil. Die „kolossalischen Erscheinungen, die unermessliche Fülle glücklicher Einfälle“ Haydns machten Fachpresse und Publikum gleichermaßen staunen. Zudem sorgte der greise Meister im deutschen Sprachraum für ein neues Aufblühen der lange vernachlässigten Gattung des Oratoriums. | |
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Roger Norrington Dirigent Etwas über Sir Roger Norrington und seine künstlerischen Verdienste zu schreiben, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Vielfach war der Brite in Bamberg zu Gast, mit der Musik Beethovens, aber auch mit Werken von Elgar und Dvořák, Bach, Berlioz, Berg und Mahler. Mit dem Schütz Choir und den London Classical Players gründete er Ensembles, die der historischen Aufführungspraxis verpflichtet sind, mit seinen Interpretationen setzte er Maßstäbe und ermöglichte einen ganz neuen Blick auf das große Repertoire von Barock, Klassik und Romantik. | ||
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Ruth Ziesak Sopran Quasi über Nacht gelangte die in Hofheim im Taunus geborene Sopranistin Ruth Ziesak zu internationaler Geltung, als sie 1991 bei den Salzburger Festspielen unter Sir Georg Solti die Pamina in Mozarts "Die Zauberflöte" sang. Gastengagements führen sie seither an die bedeutendsten Opernbühnen Europas und der USA, u.a. an die Mailänder Scala, die Deutsche Staatsoper Berlin, die Sächsische Staatsoper Dresden, die Bayerische Staatsoper, die Wiener Staatsoper, die Metropolitan Opera New York sowie die Opéra de la Bastille Paris. Ruth Ziesak studierte in Frankfurt am Main. Erste Stationen ihrer Karriere waren das Stadttheater Heidelberg und die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. Als viel gefragte Konzert- und Liedsängerin tritt Ruth Ziesak auf der ganzen Welt auf. Sie hat an zahlreichen CD-Produktionen mitgewirkt und arbeitete dabei mit Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Riccardo Chailly, Nikolaus Harnoncourt, Kent Nagano und Christoph von Dohnányi zusammen. In Bamberg gastierte die Künstlerin zuletzt im November 2006; auf dem Programm standen Arien von Mozart. | ||
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Andrew Kennedy Tenor Der aus Northumberland stammende Andrew Kennedy gilt als eines der größten britischen Gesangstalente. Lag sein Hauptaugenmerk lange auf Britten- und Mozart-Partien, machte der 1977 geborene Tenor in den letzten Jahren auch mit Strauss- und Mahler-Interpretationen auf sich aufmerksam. Auf dem Kontinent konnte man sich in Mailand, Hamburg oder in Paris von seinen Qualitäten überzeugen, wo er unter Dirigenten wie Sir John Eliot Gardiner, Sir Colin Davis oder Daniel Harding auftrat. | ||
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Florian Boesch Bass Vater Opernsänger, Großmutter Opernsängerin - die musikalische Begabung wurde Florian Boesch wortwörtlich in die Wiege gelegt. Seit seinem spektakulären Debüt bei der Schubertiade Schwarzenberg 2002 brillierte er auf der Opernbühne als Papageno, Don Giovanni oder auch in der Titelrolle von Alban Bergs „Wozzeck“. Tourneen als Messen- und Kantatensolist, vor allem in der Zusammenarbeit mit Nikolaus Harnoncourt, führten ihn nach Japan, während er sich als Liedinterpret auch in den USA und Kanada einen Namen machte. In Bamberg steht Florian Boesch zum ersten Mal auf dem Podium. | ||
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Chor der Bamberger Symphoniker Chor Seit seiner Gründung 1983 ist der von Rolf Beck geleitete Chor der Bamberger Symphoniker eine feste Institution im Konzertleben der Domstadt. Regelmäßig widmen sich die Sängerinnen und Sänger gemeinsam mit der Bayerischen Staatsphilharmonie den großen Werken für Chor und Orchester, darüber hinaus stehen immer wieder Gastspiele auf nationaler und internationaler Ebene auf dem Terminplan des Ensembles. Der Chor folgte Einladungen zu den großen deutschen und europäischen Musikfestivals, Tourneen führten bis nach Israel, Japan, Russland und Südamerika. | ||
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(Einstudierung: Michael Gläser) Chor | ||
| Abgründe der Leidenschaft »Herzog Blaubarts Burg« ist ein musikalisches Psychogramm, das Schicht um Schicht in die verhängnisvolle Beziehung zweier Menschen hineinführt. Das ab 1911 entstandene Meisterwerk der klassischen Moderne hat bis heute nichts von seiner Faszination eingebüßt. Brahms, der Verschwiegene, hätte sich wohl nie an so einem Stoff versucht. Aber gerade Symphonien wie seine Dritte erlauben Rückschlüsse auf seine höchst komplexe, eigenwillige Persönlichkeit. | Detail | |
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| Johannes Brahms | Symphonie Nr. 3 F-Dur op. 90 Als „Eroica" taufte Hans Richter, der Dirigent der Wiener Uraufführung, die dritte Symphonie von Johannes Brahms, Clara Schumann fühlte sich demgegenüber an eine Art „Pastorale" erinnert und schrieb „von dem geheimnisvollen Zauber des Waldlebens". Seit jeher hat Brahms’ Dritte zu poetischen Deutungsversuchen angehalten, ein Werk, in dem der gebürtige Hamburger und Wahl-Wiener ein ganz neues formales Konzept verwirklichte - und zugleich jene Plastizität, Tiefgründigkeit und Beziehungsfülle entfaltete, um die ihn die Zeitgenossen so bewunderten. | |
| Béla Bartók | Herzog Blaubarts Burg Sz 48, Oper in einem Akt „Frage nicht!“ - Schon im „Lohengrin“ sorgte die Missachtung dieses Befehls für das Ende einer Beziehung. In Béla Bartóks einziger Oper „Herzog Blaubarts Burg“ will Judith, die junge Gattin des Herzogs, durch das Öffnen von sieben Türen zur Seele ihres Mannes vordringen. Seine Warnungen sind vergebens: Am Ende, nachdem auch die letzte Tür geöffnet ist, herrschen wieder Dunkel und Einsamkeit… Operngeschichte schrieb der Einakter durch seinen fast völligen Verzicht auf äußere Handlung - zum Akteur wird stattdessen, neben dem hochsymbolischen Bühnenbild, Bartóks expressive Musik. | |
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Christoph Eschenbach Dirigent Wien, New York, São Paulo, Tokio - seit seinem Debüt am Pult der Bamberger Symphoniker 1977 trat Christoph Eschenbach mit dem Orchester in der ganzen Welt auf, seinen Einstand als Pianist bei »den Bambergern« hatte er bereits 1965 gegeben. Wahrlich beeindruckend ist die Riege der Chefpositionen, die seine Vita verzeichnet: Als Music Director steht er an der Spitze des National Symphony Orchestra und des John F. Kennedy Center for the Performing Arts in der US-Hauptstadt Washington, zuvor wirkte er als Chefdirigent in Philadelphia, Paris, Houston und Hamburg, dazu als Künstlerischer Leiter des Schleswig-Holstein Musik Festivals und des Ravinia Festival.
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Petra Lang Mezzosopran Ihrem Violinstudium ließ Petra Lang eine Gesangsausbildung folgen, was der Musikwelt eine herausragende Mezzosopranistin bescherte. Die gebürtige Frankfurterin gastiert als Wagners Kundry, Strauss’ Ariadne oder Bartóks Judith an den Bühnen diesseits und jenseits des Atlantiks, die Einspielung von Berlioz’ „Les Troyens“ unter Sir Colin Davis mit ihr als Cassandre wurde 2002 gleich mit zwei Grammys ausgezeichnet. Die großen Orchester und Festspiele laden die Sängerin zu Konzerten ein, ebenso hat sie sich als Liedinterpretin mit Auftritten im Concertgebouw, der Scala und der Semperoper einen hervorragende Namen gemacht. | ||
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Matthias Goerne Bariton Unter den deutschen Liedsängern nimmt Matthias Goerne seit Jahren eine führende Position ein. Kaum ein bedeutendes Liedpodium, das der gebürtige Weimarer noch nicht betreten hätte: die Carnegie Hall, die Londoner Wigmore Hall, die Salzburger Festspiele - die Liste ließe sich problemlos fortschreiben. Schuberts „Winterreise“ hat der Bariton mit keinem Geringeren als Alfred Brendel eingespielt, und auch bei seinen bisherigen Auftritten in Bamberg präsentierte er Gesänge von Schubert und Mahler. Als Liedsänger „steht er derzeit auf einsamer Höhe“, urteilte jüngst die Frankfurter Rundschau. | ||
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Eörs Kisfaludy Sprecher | ||
| Sphärenharmonien Lange vor »Raumschiff Enterprise« oder »Star Wars« unternahm Holst seine symphonische Weltraummission. Wie die Himmelskörper, die er in seiner Suite vertonte, ist auch Haydns Symphonie Hob. I:43 nach einer antiken Gottheit benannt. Komplettiert wird dieses Programm von ausgesuchter Delikatesse, mit dem Dennis Russel Davies zu Gast ist, durch ein selten gespieltes Werk von Stravinsky, das in seiner hochklassizistischen Machart einen Bogen zwischen Haydn und Holst spannt. | Detail | |
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| Joseph Haydn | Symphonie Nr. 43 Es-Dur Hob.I:43 "Merkur" „Und so musste ich original werden“ - mit diesen Worten kennzeichnete Joseph Haydn rückblickend seine jahrelange Isolation am Hof der Fürsten Eszterházy. Ein goldener Käfig, denn musikalisch standen ihm alle Möglichkeiten offen, vor allem im Bereich der Symphonien. Eindrucksvolles „Produkt“ aus seinem Komponierlabor ist auch jene 1771 komponierte Symphonie, die später den Beinamen „Merkur“ erhielt. Ein Werk, das sich klassisch gibt und doch vor Überraschungen nur so wimmelt: rasche Ausdruckswechsel, Spiel mit der Form, ungewöhnliche Periodenbildung, Generalpausen. | |
| Igor Stravinsky | Konzert für Klavier und Bläser Wenn ein Komponist wie wild Czerny-Etüden übt, muss etwas Besonderes anstehen. Bei Igor Stravinsky war es die Premiere seines Klavierkonzerts, bei der er selbst den Solopart übernehmen sollte. Was er denn auch mit Erfolg tat. Ein Solokonzert, zumal eines für sich selbst, hatte Stravinsky zunächst übrigens gar nicht im Sinn, erst im Verlauf der Arbeiten merkte er, dass sich ein Klavier für die „trockene Klarheit“ seiner Musik, die er Mitte der 1920er Jahre anstrebte, am besten eignete. Aus demselben Grund verzichtete er im Orchester auf sämtliche Streicher - mit Ausnahme der Bässe. | |
| Gustav Holst | The Planets op. 32 Berührungspunkte zwischen Musik und Astrologie gibt es zahlreiche, von der pythagoreischen Sphärenharmonie bis zu Keplers Versuch, die Abstände der Planeten mit musikalischen Intervallen gleichzusetzen. Ein neues Kapitel schlug Gustav Holsts „Planeten“-Suite auf, die jedem Wandelstern ein tönendes Porträt zuordnet. Da ist Jupiter der Freudenspender, Mars der Choleriker, Venus die Gefühlvolle - die Himmelskörper als Spiegel menschlicher Charaktere. Gleichzeitig scheinen Holst grandiose bis beklemmende Klangbilder in Sphären zu reichen, die jenseits unserer Vorstellung liegen: die Weiten des Alls… | |
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Dennis Russell Davies Dirigent In seiner langen Laufbahn als Dirigent und Pianist hat Dennis Russell Davies nicht nur das traditionelle Repertoire vom Barock bis zur Moderne aufgeführt, sondern auch zahlreiche zeitgenössische Kompositionen aus der Taufe gehoben: Werke von Glass, Berio, Maderna, Staud oder Cage. Er arbeitete als GMD in Stuttgart und Bonn, bevor er die Leitung verschiedener Orchester in Österreich übernahm, aktuell die des Bruckner Orchesters Linz. Mit der Japanerin Maki Namekawa bildet er ein auf Neue Musik spezialisiertes Klavierduo. | ||
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Maki Namekawa Klavier Maki Namekawa studierte in Japan und setzte ihre musikalische Ausbildung in Deutschland fort, um inzwischen eine Aufsehen erregende Solistenkarriere zu starten. Aufhorchen lässt auch ihre höchst ungewöhnliche Repertoireliste: Klavierkonzerte von Cage, Carter, Ligeti und Schnittke zählen dazu, ebenso Uraufführungen von Glass und Kalitzke oder Ersteinspielungen von Opernbearbeitungen Zemlinskys. Kein Wunder, dass die junge Künstlerin regelmäßiger Gast in den Zentren zeitgenössischer Musik ist, von San Francisco bis Berlin, von Stuttgart bis Linz. | ||
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Chor der Bamberger Symphoniker Chor Seit seiner Gründung 1983 ist der von Rolf Beck geleitete Chor der Bamberger Symphoniker eine feste Institution im Konzertleben der Domstadt. Regelmäßig widmen sich die Sängerinnen und Sänger gemeinsam mit der Bayerischen Staatsphilharmonie den großen Werken für Chor und Orchester, darüber hinaus stehen immer wieder Gastspiele auf nationaler und internationaler Ebene auf dem Terminplan des Ensembles. Der Chor folgte Einladungen zu den großen deutschen und europäischen Musikfestivals, Tourneen führten bis nach Israel, Japan, Russland und Südamerika. | ||
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(Einstudierung: Edward Caswell) | ||
| London calling London war seit jeher ein Anziehungspunkt für die Komponisten vom Festland, neben Händel suchte eine ganze Reihe an berühmten Musikern das Glück auf der britischen Insel. Giovanni Antonini, Gründer und Leiter von »Il Giardino Armonico« und nicht zuletzt phantastischer Barockflötist, hat einige dieser Meister in einem Programm versammelt - »the celebrated Dr. Haydn« eingeschlossen, der mit den »Londoner Symphonien« seinen Ruhm ins schier Unermessliche steigerte. | Detail | |
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| Georg Friedrich Händel | Concerto Grosso d-Moll op. 6 Nr. 10 Den „Erfinder“ des Concerto grosso, Arcangelo Corelli, hatte Georg Friedrich Händel während seines Italien-Aufenthalts kennen gelernt. Kein Wunder, dass auch er das beliebte Wechselspiel mehrerer Solisten mit dem Orchester in etlichen Kompositionen umsetzte. Dabei ging er recht frei mit Corellis Modell um und gestaltete seine Concerti nach dem Prinzip der Suite: als Folge von Tanzsätzen. Das Concerto grosso op. 6 Nr. 10 in d-Moll beginnt sogar mit einer Ouvertüre. Verwendung fanden die 1739 komponierten Concerti grossi op. 6 übrigens als Einlagestücke zu Händels Opern. | |
| Giovanni Battista Sammartini | Konzert F-Dur für Blockflöte, Streicher und Basso continuo Sein Vater war Franzose, er selbst kam in Mailand zur Welt, machte sein Glück aber in London: Giuseppe Sammartini, nicht zu verwechseln mit seinem Bruder Giovanni, einem der ersten Symphoniker. Giuseppe war ein exzellenter Oboist, dem kein Geringerer als Georg Friedrich Händel einige Solopartien auf den Leib schrieb. Natürlich komponierte Sammartini auch selbst, und zwar hauptsächlich Sonaten und Konzerte für Oboe oder Flöte. Im Zentrum seines hochvirtuosen Blockflötenkonzerts steht ein wunderschönes getragenes Siciliano, bevor eine Gigue für den munteren Abschluss sorgt. | |
| Francesco Geminiani | Concerto grosso d-Moll "La Folia" nach Arcangelo Corellis Sonate op. 5 Nr. 12 „La Folia“, „der Wahnsinn“ - ein hübscher Titel für eine schlichte Harmoniefolge, die während der Barockzeit und darüber hinaus in ganz Europa als Modell beliebt war. Ihre feststehende, einprägsame Basslinie lud zu ausgedehnten Variationen ein, von langsam-getragen bis zu ausgelassen-wild. Die wohl berühmteste dieser Kompositionen stammt von Arcangelo Corelli. Dessen Violinsonate wiederum bearbeitete der aus Lucca stammende Wahl-Londoner Francesco Geminiani für Kammerorchester, was beiden, der „Folia“ ebenso wie dem Arrangeur, zu noch größerem Ruhm verhalf. | |
| Joseph Haydn | Symphonie Nr. 98 B-Dur Hob. I:98 Eine düstere Moll-Eröffnung, die im anschließenden Allegro als heiteres Dur-Thema wiederkehrt - schon der Beginn dieser Symphonie zeigt, wohin die Reise geht. Tiefernst gibt sich das angeblich zum Gedenken an Mozart geschriebene Adagio. Auch das Menuett kommt noch gravitätisch daher, bevor es im Trio deutlich gemütlicher zugeht. Reiner Spielwitz herrscht dagegen im Finale, das mit überraschenden Pausen und noch überraschenderen Soli aufwartet. Als Schlussstein von Joseph Haydns erstem London-Aufenthalt eroberte die Symphonie Hob. I:98 das dortige Publikum im Sturm. | |
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Giovanni Antonini Dirigent Als Giovanni Antonini im Jahr 2000 den Grammy für seine Vivaldi-Einspielungen zusammen mit Cecilia Bartoli erhielt, kannte ihn mit einem Schlag die ganze Klassikwelt. Dabei hatte der Flötist und Dirigent aus Mailand schon seit 1989 mit seinem Barockensemble „Il Giardino Armonico“ für Aufsehen gesorgt. Auch mit musikalischen Schwergewichten wie den Philharmonikern aus Berlin oder Los Angeles arbeitete er zusammen und widmete sich den Prinzipien des Barockklangs, und so wird es höchste Zeit für sein erstes Gastspiel in Bamberg. | ||
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Giovanni Antonini Blockflöte Als Giovanni Antonini im Jahr 2000 den Grammy für seine Vivaldi-Einspielungen zusammen mit Cecilia Bartoli erhielt, kannte ihn mit einem Schlag die ganze Klassikwelt. Dabei hatte der Flötist und Dirigent aus Mailand schon seit 1989 mit seinem Barockensemble „Il giardino armonico“ für Aufsehen gesorgt. Auch mit musikalischen Schwergewichten wie den Philharmonikern aus Berlin oder Los Angeles arbeitete er zusammen und widmete sich den Prinzipien des Barockklangs, und so wird es höchste Zeit für sein erstes Gastspiel in Bamberg. | ||
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Margret Köll Harfe Harfensolisten sind eher rar in der Konzertlandschaft, und so vielseitige wie Margret Köll erst recht. Neben ihren Auftritten als erste Harfenistin verschiedener Orchester, als Konzertsolistin oder mit diversen Soloprogrammen hat sich die Wahl-Berlinerin auf das Continuospiel spezialisiert. Von Barockensembles wie „Il Giardino Armonico“ oder „Europa Galante“ wird sie daher, als Begleiterin ebenso wie als Solistin, regelmäßig zu CD-Einspielungen geladen. Darüber hinaus findet die Künstlerin aber immer wieder auch Zeit, in der Tirol-Combo „Die Knödel“ mitzuwirken… | ||
| Schicksalslieder Komponisten haben ihre eigene Weltsicht, und so ließ es sich Brahms nicht nehmen, in seinem »Schicksalslied« auf ein versöhnliches Ende zuzusteuern. Szymanowski »krempelte« die Gattung des Stabat mater geradezu »um« und schuf sein Werk über das Leid Mariä ganz aus der Ausdruckskraft der polnischen Sprache heraus. Mit seinem Requiem sicherte sich Fauré bleibenden Ruhm, kein Wunder, dass so mancher Filmregisseur später auf die ebenso friedvolle wie suggestive Musik zurückgriff. | Detail | |
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| Johannes Brahms | Nänie op. 82 „Nänie“ ist eine antike Totenklage, ein Trauergesang, an diese Bedeutung anknüpfend widmete auch Johannes Brahms sein gleichnamiges Stück für Chor und Orchester op. 82 dem Gedenken eines Verstorbenen: dem Maler Anselm Feuerbach. Als Textgrundlage diente dem norddeutschen Komponisten Schillers Elegie „Nänie“, die die Aspekte von Klage, Tod und Trauer aus dem Blickwinkel berühmter Figuren der Mythologie beleuchtet – Orpheus und Eurydike, Adonis und Aphrodite, Achill und Thetis. Trotz der Todesthematik klingen Trost und Zuversicht aus der literarischen Vorlage, eine Wendung, auf die Brahms ganz besonders das Augenmerk richtete. | |
| Karol Szymanowski | Stabat mater op. 53 Es dauerte eine gewisse Zeit, bis sich der Pole Karol Szymanowski nach Stationen in Italien und Österreich seiner eigenen musikalischen Wurzeln besann. Ab etwa 1920, er ging bereits auf die Vierzig zu, ist sein Schaffen deutlich von der heimischen Kultur und Volksmusik geprägt - so auch das Stabat mater von 1925/1926 für drei Solostimmen, Chor und Orchester. Der archaisierende Ton, die bewusst eingesetzte Schlichtheit in der melodischen Gestaltung und die durchsichtige Instrumentierung machen es zu einem absoluten Sonderfall der Oratorienliteratur. 1996 stand es in zwei Konzerten zum bisher einzigen Mal auf dem Bamberger Abonnementprogramm. | |
| Gabriel Fauré | Requiem op. 48 Wer beim Stichwort „Requiem“ ausschließlich an das Wüten des Jüngsten Gerichts und die entsprechenden Vertonungen Mozarts oder Verdis denkt, den belehrt die Totenmesse Gabriel Faurés eines Besseren. Der französische Spätromantiker, Lehrer Ravels, tilgte aus seiner Vertonung fast alle Beschreibungen von Schrecken, Strafe und Angst, um stattdessen das Gewicht auf Milde und Verklärung zu legen - bis hin zur abschließenden Schilderung des Paradieses. Auch die Instrumentierung mit ihren dunklen, warmen Klangfarben dient dieser Absicht. | |
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Rolf Beck Dirigent Er studierte bei Helmut Rilling, profilierte sich als Leiter des Marburger Vokalensembles und gründete die Chorakademie des Schleswig-Holstein Musik Festivals, dazu leitet Rolf Beck seit fast drei Jahrzehnten den Chor der Bamberger Symphoniker. Mit diesem Ensemble, das er selbst ins Leben rief, bereiste er alle wichtigen deutschen und europäischen Musikzentren, ebenso Israel, Japan und Südamerika. Zu den Orchestern, mit denen er arbeitete, gehören die Tschechische Philharmonie, das Kammerorchester Basel oder auch das Orquestra Gulbenkian Lisboa.
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Simona Saturová Sopran Fragt man Simona Šaturová nach ihren musikalischen Vorlieben, fällt unweigerlich der Name Mozart - und mit ihm ein Werk, das sie auch schon in Bamberg gesungen hat: die c-Moll-Messe. Natürlich ist das Repertoire der Slowakin viel größer, es reicht von Bach bis Szymanowski, von Mendelssohn bis Martinů. In Frankfurt gab sie eine gefeierte Lucia di Lammermoor, für ihre CD-Einspielungen mit Werken von Hasse und Haydn heimste sie etliche Auszeichnungen ein. Und in der jüngsten Vergangenheit war sie mit Dirigenten wie Christoph Eschenbach und Iván Fischer europaweit als Mahler-Solistin unterwegs. | ||
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Chiyuki Okamura Sopran 2009 war Chiyuki Okamura schon einmal in den Bamberger Abonnementkonzerten zu erleben: mit der Partie des Knaben in Mendelssohns „Elias“ unter Rolf Beck. Unter dessen Stabführung trat die junge Sopranistin auch mit dem Schleswig-Holstein Festival Orchester und Händels „Alexander’s Feast“ auf. Für die Japanerin, die ihre musikalische Ausbildung in den norddeutschen Metropolen Hamburg und Bremen vervollkommnete, markiert die Alte Musik einen der Schwerpunkte ihrer Konzerttätigkeit. Solistisch präsentierte sie sich über Deutschland hinaus in Tokio und ihrer Heimatstadt Kochi ebenso wie in St. Petersburg oder Shanghai. | ||
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Kismara Pessatti Sopran Sie sang im Ensemble des Zürcher Opernhauses und tritt regelmäßig mit Helmuth Rilling und der Internationalen Bachakademie Stuttgart auf, dazu gastierte Kismara Pessatti in Sälen und Häusern wie dem Teatro La Fenice in Venedig, dem Theatro Municipal de São Paulo oder auch der Londoner Royal Festival Hall. Die gebürtige Brasilianerin, die ihr Gesangsstudium in der deutschen Hauptstadt abschloss, war im Mahler-Jahr 2010 unter Lorin Maazel und unter Gustav Kuhn in der „Symphonie der Tausend“ zu erleben, ihr Auftritt als Wagners Erda in Essen unter Stefan Soltesz führte zu einer sofortigen Wiedereinladung. | ||
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David Wilson-Johnson Bariton Vier Jahrzehnte überspannt seine sängerische Karriere, eine Karriere, die David Wilson-Johnson zu den weltweit bedeutenden Opernhäusern, Orchestern und Festivals zwischen London, Salzburg, Paris und Chicago führte. Pierre Boulez, Carlo Maria Giulini, Zubin Mehta und Sir Simon Rattle sind nur einige prominente Namen aus der Riege der Dirigenten, mit denen der Bariton gemeinsam auf das Podium trat. Sein Debüt in Covent Garden gab er 1976 in Henzes „We Come to the River“, unzählige Auftritte an dem berühmten Haus als Billy Budd oder Boris Godunow, in der „Zauberflöte“ oder „Turandot“ folgten. Mehr als 200 CD-Produktionen verzeichnet die Diskografie des gefragten Sängers, der abwechselnd in London, Amsterdam und im Südwesten Frankreichs lebt. | ||
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Chor der Bamberger Symphoniker Chor Seit seiner Gründung 1983 ist der von Rolf Beck geleitete Chor der Bamberger Symphoniker eine feste Institution im Konzertleben der Domstadt. Regelmäßig widmen sich die Sängerinnen und Sänger gemeinsam mit der Bayerischen Staatsphilharmonie den großen Werken für Chor und Orchester, darüber hinaus stehen immer wieder Gastspiele auf nationaler und internationaler Ebene auf dem Terminplan des Ensembles. Der Chor folgte Einladungen zu den großen deutschen und europäischen Musikfestivals, Tourneen führten bis nach Israel, Japan, Russland und Südamerika. | ||
| »In lichte Ätherräume« Pianist, Dirigent, Kammermusiker, Kunstsammler, Akteur im Film: Christian Zacharias ist ein rastloser musikalischer Entdecker, ausgestattet mit feinsinniger Musikalität und Offenheit für die unterschiedlichen Ausdrucksformen der Zeiten. Ein idealer künstlerischer Partner also für Jonathan Nott und »die Bamberger«, um zwei in Bamberg und Erlangen so gegensätzliche Werke wie Beethovens lyrisches Klavierkonzert Nr. 4 und Brahms’ »Symphonie mit Klavier«, sein zweites Klavierkonzert, zu interpretieren. | Detail | |
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| Anton Webern | Fünf Stücke für Orchester op. 10 Es sind höchst kunstvolle, bis ins Äußerste verdichtete klangliche „Miniaturen“, die Anton Webern mit seinen Fünf Stücken für Orchester op. 10 schuf: Alles wird in dieser Musik nur einmal und in der knappsten Form gesagt, eine Wiederholung von Motiven oder eine breitere Ausarbeitung von Ideen gibt es nicht. Stattdessen sind es kleinste, aber umso beredtere Gesten und Melodielinien, die den Fortgang der Sätze bestimmen, die zu sprichwörtlichen „Ereignissen“ werden - eine faszinierende Musik am Rande des Verklingens, gebannt in Stücke von scharf umrissenem Charakter. | |
| Franz Schubert | Symphonie Nr. 4 c-Moll D 417 "Die Tragische" „Liebe, Zärtlichkeit, Schmeicheley, Traurigkeit“ verheißt die Tonart c-Moll, schrieb Johann Joachim Quantz, der Flötenlehrer Friedrichs des Großen, aber auch eine „wütende Gemüthsbewegung“ oder „Verwegenheit, Raserey und Verzweifelung“ lägen in ihrem Ausdrucksbereich. Diese Umschreibungen dürften erklären, warum Franz Schubert seiner Symphonie Nr. 4 den Beinamen „Tragische“ gab: Genau wie Beethovens schicksalhafte Fünfte oder dessen düsteres drittes Klavierkonzert steht sie in c-Moll, einer Tonart, deren Charakter nicht nur in der dunklen Einleitung des ersten Satzes in Musik gesetzt ist. | |
| Johannes Brahms | Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 83 „Ein zweites soll schon anders lauten“, äußerte Johannes Brahms nach dem spektakulären Misserfolg seines ersten Klavierkonzerts. Dem Vorbild Beethovens folgend, strebte er 20 Jahre später in seinem zweiten Klavierkonzert eine enge Verknüpfung von Solopart und Orchester an, eine Synthese von konzertantem und symphonischem Stil. Keine Frage: Was im ersten Konzert noch zu einer künstlerischen Lebenskrise wurde, löste Brahms im zweiten mit abgeklärter Meisterschaft - und er muss sich dessen bewusst gewesen sein. So war sicherlich Koketterie mit im Spiel, als er das Werk gegenüber einer Freundin als ein „ganz ein kleines Klavierkonzert“ bezeichnete… | |
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Jonathan Nott Dirigent „Dass die Musik Antworten gibt auf die ewigen Fragen der Menschheit, ist der Grund allen Musizierens“, sagt Jonathan Nott, seit 2000 Chefdirigent der Bamberger Symphoniker. Dass er und die Bayerische Staatsphilharmonie durch eine ganz besondere künstlerische Partnerschaft verbunden sind, ist in der Musikwelt alles andere als ein Geheimnis, im Gegenteil: Der Gewinn hochkarätiger Preise für die gemeinsamen CD-Einspielungen, Einladungen zu den führenden Festivals und nicht zuletzt die steten Erfolge auf den Konzertreisen rund um den Globus sind eindrucksvolle Belege für die Wertschätzung, die er und „die Bamberger“ allerorten genießen. Neben seiner künstlerischen Arbeit in der Domstadt ist Jonathan Nott ein gern gesehener Gastdirigent der weltweit führenden Symphonieorchester. | ||
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Christian Zacharias Klavier Sein Auftritt 1980 unter Eugen Jochum war Startschuss einer langen Reihe an Konzerten mit „den Bambergern“, unzählige Male teilte sich Christian Zacharias bis heute gemeinsam mit dem Orchester das Podium - und widmete sich dabei Werken von Haydn bis Ravel, von Avison bis Schnebel. Die freundschaftliche Verbundenheit zwischen ihm und der Bayerischen Staatsphilharmonie führte 2007 zu einem ganz besonderen Projekt: Im Rahmen eines mehrtägigen Gastspiels präsentierte sich der Ausnahmemusiker in der ganzen Bandbreite seiner künstlerischen Interessen - eine Persönlichkeit mit vielen Facetten. | ||
| Metamorphosen Ähnlich wie Schumann entwickelte Webern seine Musik aus liedhaften Motiven, die er zu Psychogrammen en miniature formte, in denen sich die Entstehungszeit zu spiegeln scheint. Dies trifft auch auf Strauss’ »Metamorphosen« zu: tief melancholischer Abgesang auf ein dunkles Zeitalter. Erstmals seit 1994 wieder in Bamberg zu erleben ist András Schiff, eine der interessantesten Persönlichkeiten der heutigen Musikwelt. Mit ihm beschließen wir den Reigen der Abonnementkonzerte 2011/2012. | Detail | |
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| Wolfgang Amadeus Mozart | Adagio und Fuge c-moll | |
| Robert Schumann | Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 54 „Ich kann kein Konzert schreiben für Virtuosen“, bekannte Robert Schumann, der ausgewiesene Klavierkomponist. Aber was dann? Gleich mehrere Anläufe waren nötig bis zu jener einsätzigen Fantasie für Klavier und Orchester von 1841, die vier Jahre später mithilfe eines Intermezzos und eines Finales zu einem Solokonzert vervollständigt wurde. Allenthalben waltet darin noch der Geist des musikalischen Fantasierens: in der ständigen Neuformulierung der Hauptthemen, den Temposchwankungen und Rhythmuswechseln sowie in der motivischen Verklammerung der Sätze. „Ich muss auf etwas anderes sinnen“, schrieb Schumann - das ist ihm grandios gelungen. | |
| Anton Webern | Fünf Stücke für Orchester op. 10 Es sind höchst kunstvolle, bis ins Äußerste verdichtete klangliche „Miniaturen“, die Anton Webern mit seinen Fünf Stücken für Orchester op. 10 schuf: Alles wird in dieser Musik nur einmal und in der knappsten Form gesagt, eine Wiederholung von Motiven oder eine breitere Ausarbeitung von Ideen gibt es nicht. Stattdessen sind es kleinste, aber umso beredtere Gesten und Melodielinien, die den Fortgang der Sätze bestimmen, die zu sprichwörtlichen „Ereignissen“ werden - eine faszinierende Musik am Rande des Verklingens, gebannt in Stücke von scharf umrissenem Charakter. | |
| Richard Strauss | Metamorphosen, Studie für 23 Solostreicher Darf man Richard Strauss Glauben schenken, war es eher ein Zufall. Dass seine „Metamorphosen“ mit ihrer steten Verwandlung und Umgruppierung der musikalischen Gedanken unweigerlich auf das Trauermarsch-Thema aus Beethovens „Eroica“ zusteuern, hatte er gar nicht beabsichtigt, dann aber dankbar aufgegriffen. Der große bayerische Komponist, der miterleben musste, dass Kulturstätten wie die Opernhäuser in München, Dresden, Berlin und Wien den Bomben des Zweiten Weltkriegs zum Opfer fielen, schrieb das außergewöhnliche Werk, die „Studie“ für 23 solistisch eingesetzte Streicher, in den Jahren 1944/1945, einem Auftrag des Dirigenten und Mäzens Paul Sacher folgend. | |
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Jonathan Nott Dirigent „Dass die Musik Antworten gibt auf die ewigen Fragen der Menschheit, ist der Grund allen Musizierens“, sagt Jonathan Nott, seit 2000 Chefdirigent der Bamberger Symphoniker. Dass er und die Bayerische Staatsphilharmonie durch eine ganz besondere künstlerische Partnerschaft verbunden sind, ist in der Musikwelt alles andere als ein Geheimnis, im Gegenteil: Der Gewinn hochkarätiger Preise für die gemeinsamen CD-Einspielungen, Einladungen zu den führenden Festivals und nicht zuletzt die steten Erfolge auf den Konzertreisen rund um den Globus sind eindrucksvolle Belege für die Wertschätzung, die er und „die Bamberger“ allerorten genießen. Neben seiner künstlerischen Arbeit in der Domstadt ist Jonathan Nott ein gern gesehener Gastdirigent der weltweit führenden Symphonieorchester. | ||
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Andras Schiff Klavier Vor über 30 Jahren begann die Zusammenarbeit von András Schiff und den Bamberger Symphonikern mit einem Mozart-Konzert. Mozart war, neben Schumann, auch in den folgenden Spielzeiten der bevorzugte Komponist des Ausnahmemusikers. So sehr, dass er vom Henle-Verlag gebeten wurde, die neue Mozart-Urtext-Ausgabe musikalisch zu betreuen. Überhaupt kann sich der wohl bedeutendste ungarische Pianist seiner Generation vor Ehrungen und Auszeichnungen kaum noch retten, 2009 bekam er den Preis des Klavierfestivals Ruhr für sein Lebenswerk. | ||